Ist Geld wichtig?

 

Allgemeine Überlegungen zur materiellen Lebensgrundlage der Menschen

 Nur durch gerechte Strukturen im Bereich der materiellen Lebensgrundlagen (Arbeit, Lohn, Geld, Landnutzung, Wasser, Boden-schätze, …) in Frieden und Freiheit werden neue Wege und Kräfte frei zum geistigen und kulturellen Fortschritt des Einzelnen wie seiner Gemeinschaft.

Jede gesunde „Einheit" (der einzelne Mensch, die Familie, die Gemeinde, die Stadt, das Land …) muss die ihr ureigenen Auf-gaben selber bewältigen können und müssen; sonst kann sie nicht frei und selbstständig und entwicklungsfähig sein.

Neben einem gerechten Landnutzungsrecht sind gerechte Warentauschbedingungen mittels eines dazu geeigneten Geldes (Tauschmittels) unverzichtbar.

 

Wozu Geld?

Ein Sprichwort sagt: Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles andere (fast) nichts.

Genauso in der Volkswirtschaft: Geld ist auch nicht alles, aber ohne gesundes Geld leidet das ganze Volk.

 

Jeder Mensch ist im Laufe seines Lebens wechselweise Waren-Verbraucher und Waren-Erzeuger. 

Freiheitliche, sozialgerechte Lebens-, Einkommens- und Arbeitsverhältnisse sind nur auf der Grundlage eines gesunden Geldwesens zu erlangen. 

Die Art des Geldes und seine Verwaltung haben bestimmenden Einfluss auf das volkswirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Geschehen.

 

Betrachten wir deshalb folgende Punkte genauer:

  • K R E I S L A U F der Waren

Durch die sinnvolle Verbindung menschlicher Arbeit mit den allen Menschen zur Verfügung stehenden Naturschätzen werden die Waren erzeugt. Unabhängig davon, ob und von wem diese Waren angeboten (erzeugt) oder nachgefragt („verbraucht") werden, „verschwinden" diese Waen wieder auf dem Wege ihres natürlichen Ver-falls (Schwindens) im Stoffkreislauf der Natur.

Alle verbrauchten Waren müssen immer wieder durch Arbeit und Mühe in den Kreislauf zurückgebracht (ersetzt) werden.

  • K R E I S L A U F des Geldes

Zum Geld allgemein

Zweck des Geldes ist es, zum friedlichen Leben und Zusammenleben der Menschen durch Mitgestaltung menschengerechter Produktions- und Warentauschverhältnisse beizutragen.

Woher kommt das Geld?

Wer „macht" das Geld?

Wer sollte Geld „machen" dürfen?

Heute wird das Geld, das wichtigste öffentliche Verkehrs- (Transport-) mittel, von den Zentralbanken, mehr oder weniger unabhängig von den legalen Volksvertretungen, aus nichts (außer Papier und Farbe) gemacht und den Regierungen, Volkswirtschaften, Privaten, verzinslich geliehen. Kann dies ausschließlich im Sinne des Volkswohles sein?

Sollte das Geld nicht von einer nur dem Volkswohle verpflichteten Einrichtung (z. B. Wäh-rungs-amt) unter Aufsicht einer wirklich demo-kratisch gebildeten, dem Volkswohl verantwortlichen Regierung, gemacht und verwaltet werden?

  • Kreislauf des Geldes heute

Volkswirtschaftlich (Zentralbankgeld)

Das von den Zentralbanken „gemachte" Geld kommt, über die Geschäftsbanken, in den Geld-kreislauf (Staat, Privat-wirtschaft) - als Schuldgeld (!) und mit Zins und Zinseszins belastet (!).

Das bedeutet, dass durch die laufenden Zins-Geldrückflüsse an die Zentralbank die volkswirtschaftlich notwendige Geldmenge stetig vermindert wird.

Um die durch eine zu geringe Geldmenge bestehenden Gefahren (Preissenkungen, strukturelle Arbeitslosigkeit usw.) zu verhindern, wird das als Zinsen abgeflossene Geld durch weitere neue Verschuldung (Staat oder Wirtschaft) wieder ersetzt. Dadurch steigt natürlich die laufend zu verzinsende Zentralbankschuldgeldmenge.

(Eine Weitergabe des „Zentralbankgewinnes" an den Staatshaushalt ändert nichts am Prinzip der Umverteilung von der Arbeit zu den verzinslichen privaten Großvermögen.)

Daher die „ewig" steigende Staats- und Privatwirtschaftsverschuldung.

Durch Sparen kann da nichts verbessert werden. Im Gegenteil: Sparen bei diesem Zinszentralbankgeld verschlimmert die Lage.

Betriebswirtschaftlich

Das mit Zins belastete Zentralbankgeld verteuert alle folgenden Transaktionen (Produktion, Verbrauch, Darlehen usw.) über den durch den Angebots Nachfragemechanismus bedingten Zinszuschlag hinaus.

Dieser ist wiederum die Folge davon, dass das „normale" Geld (das im Gegensatz zu den Waren keinerlei Verbrauchs-, Alterungs- und Abnutzungsvorgängen unterliegt) nur durch eine angemessene Leihgebühr als Produktions- , Tausch- und Leihmittel zur Verfügung steht. Wird diese Leihgebühr nicht entrichtet, zieht sich das Geld bis auf den zur Lebenshaltung der Geldbesitzer erforderlichen Betrag zurück und liegt brach.

Die dadurch bedingte Geldknappheit hebt den Zins (Rendite) wieder an und bewirkt dadurch eine stetige Vermögensumverteilung von der Arbeit zu den verzinslichen Großvermögen. D. h. die Armen werden automatisch ärmer und die Reichen automatisch reicher. Die Folge sind soziale Ungerechtigkeiten und Spannungen.

Zusammenfassung

Die Verzinsung des Zentralbankgeldes zusammen mit der zusätzlichen Verzinsung durch den verschärften Wettbewerb bewirkt die laufende Abschöpfung eines Teiles des Volkseinkommens durch die Zentralbank (ohne Gegenleistung) und eine zunehmende Umverteilung des übrigen Volkseinkommens von der Arbeit zu den verzinslichen großen Privatvermögen. Allein für die öffentlichen Schulden sind in der BRD jährlich ca. 80 Milliarden Zinsen zu bezahlen. Für die gesamte Verschuldung der Volkswirtschaft sind hunderte von Milliarden Zinsen jährlich fällig.

Nur wer mehr als ca. 15.000 EUR Kapitaleinkünfte im Jahr hat, ist Nutznießer dieses Umverteilungssystems. Alle anderen zahlen über ihre Abgaben und Steuern und über ihre Lebenshaltungskosten mehr Zinsen als sie bekommen.

  • Kreislauf des Geldes künftig

Volkswirtschaftlich (Zentralbankgeld)

Ein der Volksvertretung (Regierung) unterstelltes Währungsamt ermittelt die preisstabil notwendige Geldmenge und zahlt diese über öffentliche Zahlstellen an alle Einwohner unverzinslich zu gleichen Teilen als „Kopfgeld" aus.

Damit ist der so volksschädlichen strukturellen verzinslichen Staats- und Privatwirtschaftsverschuldung die Hauptursache entzogen.

Betriebswirtschaftlich

Die Warenmenge erleidet durch Verbrauch, Gebrauch und Alterung eine ständige Verringerung. Würde dieser „Warenschwund" nicht laufend durch Erzeugung neuer Waren ausgeglichen, wären bald keine Waren mehr da. Damit das heutige „statische" Geld die Produktion und den Tausch der Waren nicht menschen- und naturwidrig beherrschen kann, muss es selber auch diesem „Schwund" unterliegen, welcher dann durch ständige, zeitlich gesteuerte „Aufwertung" wieder auszugleichen ist.

(Beispiel Bargeld: Ein 100-Mark-Schein ist nach einem Monat nur noch ein 99-Mark-Schein. Durch Aufkleben einer 1-Mark-Wertmarke ist er wieder ein ganzer 100-Mark-Schein).

Modern gesagt: Durch eine preisindexbemessene (stabiler Warenkorbpreis!) Geldumlaufsicherung ist das Geld auch bei sehr niedrigem und auch bei null Prozent Zinssatz nachfragewirksam stetig im Umlauf. Diese zeitlich regelmäßig erforderliche Geldabnutzungsgebühr bewirkt den stockungsfreien Umlauf des Geldes.

Niedrige geringe Verzinsung als Folge echter marktwirtschaftlicher Verhältnisse hat dann keine wie oben beschriebenen schädlichen Folgen mehr.

Vollbeschäftigung und sichere Einkommen, erhöhte Sparfähigkeit sowie Wertbeständigkeit der Ersparnisse wie auch der Wegfall armutsbedingter Unzufriedenheit und Kriminalität sind die Folge dieser doch so unscheinbaren Reform.

 

Hier bewahrheitet sich der Spruch:

„Kleine- Ursache - große Wirkung"

Zusammenfassung

Da keine Zentralbankgeldverzinsung und fast keine sonstige Geldverzinsung mehr die Arbeit belasten, bleiben auch im Gegensatz zu früher die Ersparnisse des „kleinen Mannes" sowie auch der Warenkorbpreis stabil. Vollbeschäftigung ist dann der Normalzustand.

Der bisherige mörderische Konkurrenzkampf wandelt sich in friedlichen, aufbauenden Wettbewerb.

So ein sinnvolles Geld war im Laufe der Geschichte, besonders im 20.Jahrhundert, schon an vielen Orten der Welt segensreich in Gebrauch. Die erfolgreichsten Fälle wurden immer wieder verboten.

Zum Schluss: Bargeld

Warum noch Bargeld?

Warum muss das Bargeld unbedingt erhalten bleiben?

Da besonders im persönlichen Bereich unter allen Umständen die Freiheit und Anonymität zu wahren ist, ist auch jede noch so „primitiv" erscheinende Geldumlaufsicherungsmethode dem totalen bargeldlosen Zahlungsverkehr (Chip-Geld, „gläserner Mensch") vorzuziehen.

Das Bargeld ist der letzte Schutz gegen totale Überwachung und Abhängigkeit.

Trotzdem braucht künftig weder auf die bisher üblichen Überweisungen noch auch auf den gelegentlichen Vorteil der bargeldlosen Zahlung „mit Karte" verzichtet zu werden; jederzeit kann dann wie z. B. schon heute eine anonyme Telefonkarte auch eine anonyme Geldkarte gekauft und benutzt werden.

 

(Klaus Müller, Dr.-Adenauer-Ring 5, 86405 Meitingen,

Tel. 0 82 71-56 47, 12/2003)

 

Faltblatt im pdf-Format