15.4.2004

42-Stundewoche - Totaler Unsinn

Der DEUTSCHE FREIWIRTSCHAFTSBUND e.V. nimmt mit ungläubigem Staunen zur Kenntnis, dass sowohl Bundesregierung als auch Opposition den Mangel an Arbeitsplätzen mit Hilfe einer Arbeitszeitverlängerung beheben wollen! Der Wiener Systemanalytiker Gerhard Margreiter nahm dazu wie folgt Stellung:

„Das Wirtschaftswachstum kommt von mehr Nachfrage und nicht vom Mehr-Arbeiten!

Die Idee, das Wirtschaftswachstum dadurch ankurbeln zu wollen, dass die Leute länger arbeiten sollen, ist kranken Hirnen entsprungen.. Das Wirtschaftswachstum wird immer in Geld gemessen,

und damit es stattfinden kann, müssen die Menschen mehr kaufen und nicht mehr arbeiten.

Was hilft es, mehr zu produzieren, wenn nicht mehr Geld da ist, die Produkte zu erwerben!

Man will den Arbeitenden ja nicht mehr bezahlen, sie sollen nur mehr arbeiten!!

Wir haben eine lange Periode hinter uns, in der die Bevölkerung steigend mehr kaufte und gleichzeitig weniger lang arbeitete. Es geht also. Produziert wird heute mit Maschinen und diese werden immer besser. Unser Wohlstand kommt aus der Intelligenz der Maschinenbauer (sowie dazugehöriger Logistik) und nicht aus der am Arbeitsplatz verbrachten Zeit. Voraussetzung für diese Annehmlichkeit ist allerdings eine entsprechende Nachfrage.

Es gibt zwei Gründe, weshalb die Leute zuwenig kaufen: Entweder sie bekommen weniger Geld, oder sie geben es nicht wirklich aus. Beides ist derzeit zu bemerken.

Eine wahnsinnig gewordene Regierung ohne Sinn für Zusammenhänge redet den Menschen ein, deren Pensionen wären nicht gesichert und diese müssten jetzt selbst vorsorgen. Das Ergebnis dieser Panikmache ist, dass die Leute Geld sparen anstatt es auszugeben.

Woher soll das heilige Wirtschaftswachstum denn kommen, wenn die Leute ihr Geld horten?

Gleichzeitig steigen die Arbeitslosenzahlen an. Werden sie durch Länger-Arbeiten sinken?

Was soll der dumme Spruch des Herrn Stoiber? Besser 40 oder 42 Stunden arbeiten, als 35 Stunden arbeitslos sein. Soll das eine Erpressung werden?

Die Arbeitslosigkeit kommt nicht von einem Fehlen von Arbeit sondern von einem Fehlen von Geld. Entsteht durch Länger-Arbeiten mehr Nachfrage? Sicher nicht, wenn man den Arbeitenden nicht mehr Geld geben will!

Arbeitslose Zeitgenossen bekommen zudem immer weniger Geld und können weniger kaufen.

Sie belasten den Staat und bringen kein Wachstum. Aber der Staat ist nicht fähig, Geld zu erzeugen und unternimmt nichts dagegen, dass die Unternehmen ihre Produktion in Billiglohnländer verlagern. Er ist hilflos den Erpressungen der Konzerne ausgesetzt. Durch die Auslagerungen sinken natürlich die Einkommen hierzulande und es wird hier weniger gekauft. Ist das erstaunlich?

Kommt gleich viel Geld durch Exporte zurück?

Da wundert sich der Volkswagenkonzern, dass der Autoabsatz sich nicht so entwickelt, wie man es sich vorgestellt hat. Haben die Planer einmal darüber nachgedacht, woher die Mitteleuropäer denn das Geld für den Autokauf bekommen sollen, wenn hier ihre Arbeitsplätze gestrichen werden?!

Was machen eigentlich die Großunternehmen und Konzerne mit ihren Profiten? Geben sie diese aus? Sie weigern sich häufig, Steuern abzuführen und wollen nur ihre Aktionäre verwöhnen.

Geben diese Aktionäre die erhaltenen Gewinnausschüttungen nun aus? Sie tun es in aller Regel nicht, sondern kaufen bei den Banken weitere Aktien und fallen damit als Konsumenten aus.

Was wir jedoch brauchen, ist mehr Geld in der Nachfrage. Dafür muss gesorgt werden.

Durch Mehr-Arbeiten entsteht jedoch niemals mehr Geld in einer Volkswirtschaft.

Auch durch Geld-Verdienen vermehrt es sich nicht, denn das verdiente Geld kommt ja von einem anderen, der es vorher hatte."

Die Bundesregierung gebärdet sich gegenwärtig wie ein Konzern, der sich aus betriebswirtschaftlicher Sicht bedenkenlos und kurzsichtig verhält. Unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten verhalten sich Regierung und Opposition (!) jedoch wie Geisterfahrer, die ihr gemeingefährliches (kriminelles!) Verhalten erst einsehen, wenn es für sie selbst und alle anderen (unschuldig daran beteiligten) Verkehrsopfer bereits zu spät ist. Darum wird der DEUTSCHE FREIWIRTSCHAFTSBUND e.V. mit seiner rettenden Wegweisung im Sinne Silvio Gesells unbeirrt fortfahren, bis alle politischen Geisterfahrer in Deutschland entweder den längst fälligen Richtungswechsel vollzogen haben oder durch demokratische Wahlen aus dem Verkehr gezogen worden sind. Diesen Richtungswechsel trotz erwiesener Rat- und Hilflosigkeit in der Regierung Schröder dadurch hinauszuzögern, indem man die freiwirtschaftliche Lösung der monetären und arbeitsmarktpolitischen Probleme ignoriert, ist ein Verbrechen an fünf Millionen Arbeitslosen.

 

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15.4.2004