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Die Zinsfreie Wirtschaftsordnung von Brigitte Cornelius (1984) Kapitel 1 Neun tödliche Gefahren in die uns das Zinsgeldwesen
gebracht hat. Durch eine Zinsfreie Wirtschaftsordnung können sie abgewendet werden. Einleitung Wer macht das Geld? Früher machte es der König, machten es die
Fürsten. Das waren Männer, die sich dem Wohl des Volkes
verpflichtet fühlten, dem sie vorstanden. In der ,,goldenen
Zeit" des Mittelalters machten die Fürsten ein zinsfreies Geld!
Das war die Zeit, wo die gotischen Dome in den Himmel wuchsen. Das
war eine Zeit, wo Luxusgesetze erlassen wurden, die bestimmten,
daß eine Meisterin an Wochentagen für die Gesellen nicht
mehr als vier Gänge auf den Tisch bringen Sollte, und an
Feiertagen nicht mehr als acht! - Auch damals gab es schon einen
freien Samstag und dazu einen ,,blauen" Montag, an dem man sich von
den Freuden des Sonntags erholte, so daß die Woche vier
Arbeitstage übrig behielt. Die Fürsten ließen das
Geld ,,verrufen", wenn sie welches brauchten. Verrufen heißt es
deshalb, weil damals, als es noch keine Zeitung gab und keinen Radio,
der Beauftragte der Gemeinde oder des Rates oder der Fürsten mit
der Glocke durch die Straßen ging und läutete, damit die
Leute sich versammelten, um zu hören, was er meldete. So wurden
dann die Bekanntmachungen ausgerufen. Eine solche Bekanntmachung war
dann auch etwa die, daß die alten Münzen abzuliefern seien
und gegen einen „Schlagsatz" gegen neue Geldstücke
einzutauschen. In der Regel waren drei alte Münzen gegen zwei
neue einzutauschen. Dann konnte der Fürst von dem abgelieferten
Münzmetall neue Münzen schlagen lassen. Das Drittel an
Münzmetall, das so dem Fürsten verfügbar wurde, diente
ihm für seine Verwaltungs- und Verteidigungsaufwendungen. Das
war eine einfache Art der Steuererhebung. Sie hatte außerdem
die Wirkung, daß das christliche Gebot, keinen Zins zu nehmen,
ganz von selbst eingehalten wurde. Denn wenn man das Geld, das man
gerade nicht selber verbrauchen wollte, nicht den Bedürftigen
zuwendete oder für Kirchenbauten spendete, so verlor man sowieso
davon ein Drittel beim Umtausch. Und weil jeder sein Geld ausgab, so
schaffte es Arbeit und eine blühende Wirtschaft. Das war die
Zeit, wo Heinrich der Löwe die Städte gründete, die
noch heute bekannt und bedeutsam sind: Landsberg, Braunschweig,
München und Lübeck. Das war die Zeit der Staufen-Kaiser, wo
die Binnensiedlung in Deutschland einen Umfang erreichte, daß
sich die Zahl der Dörfer verdreifachte. - Im
Dreißigjährigen Krieg, einige Jahrhunderte später,
schwand sie wieder auf ein Drittel l Die Zeit der Staufer war die
Zeit von „des Reiches Herrlichkeit", von der der Dichter sagt,
daß der alte Barbarossa, der Kaiser Friederich von
Hohenstaufen, der im Kyffhäuser im unterirdischen Schlosse
verzaubert sitze, sie mit hinabgenommen habe und einst wiederkommen
werde mit ihr zu seiner Zeit. Was war geschehen, daß die hohe
Blüte des Mittelalters auf einmal dahinwelkte und dem
„finsteren Mittelalter" Platz machte? Warum verschwand die
,,goldene Zeit"? Kaufleute von Venedig und Florenz, von denen die
Volkssage raunt, daß sie mit dem Teufel im Bunde gewesen seien,
hatten als konkurrierendes Geld Goldthaler ins Land gebracht. Das
Goldstück, der Gulden, das war ein Geld, das nicht verrufen
wurde, ein Geld, das, so schien es, seinen Wert behielt. Wie
begehrenswert wußten die Kaufleute, die Venediger und
Florentiner, den Leuten das Gold zu machen l - Was nützte es,
daß die Bankleute Seelenverkäufer genannt wurden? - Das
Goldgeld konnte man im Strumpf sparen. Man konnte es vergraben.
Jedermann verlangte nach Goldgeld. Das Bracteatengeld, das verrufen
wurde, wollte niemand mehr nehmen. Es verschwand vom Markt und geriet
in Vergessenheit. Die Fürsten kannten ihren Vorteil nicht mehr
und nicht mehr ihre Verantwortung. Vielleicht hatten sie die
eigentlichen Zusammenhänge gar nicht durchschaut? - Oder
diejenigen, die sie gekannt hatten, waren in den Kriegen in Italien
oder im „Kreuzzug" umgekommen. - Man bevorzugte das Goldgeld -
und damit sank die Wirtschaftsblüte dahin! ' Nach und nach wurde
alles käuflich gemacht. Und die Not hielt überall Einzug.
Die Ritter, die früher ihren Lebensunterhalt in Naturalabgaben
von den Bauern erhalten hatten, damit sie sich ihrer Aufgabe, dem
Schütze des Landes widmen konnten, waren von den Geldverleihern
dazu genötigt worden, auch die Abgaben in Geldform zu
verwandeln. Da das Geld aber dann, wenn es so geartet ist, daß
es Zinsen erzwingen kann, auch immer einen Wertschwund erleidet,
immer weniger wert wird, so genügten die Abgaben, die die Bauern
in Geld zahlten, bald nicht mehr für den Lebensunterhalt. So
wurden die Ritter, um überhaupt leben zu können, entweder
Dienstleute von Fürsten und Königen, oder sie wurden zu
Raubrittern. Kaiser und Könige wurden verschuldet an die
Bankleute. Um ihre Schulden oder wenigstens die Zinsen von den
Schulden zahlen zu können, erpreßten sie Steuern von den
Bewohnern. So wurden die Fürsten und Könige, die ihrer
Herkunft nach die Aufgabe hatten, das Volk zu schützen und
für es da zu sein und es zu vertreten, zu Handlangern der
Ausbeuter des Volkes l Kein Wunder, daß im Laufe der letzten
Jahrhunderte das Volk diesen Herrschern entfremdet wurde, die ihrer
Herrscheraufgabe nicht mehr gerecht wurden. Es liegt aber nicht an
der Herrschaftsform, sondern an der mangelnden Erfüllung ihrer
Herrschaftsaufgabe, daß Fürsten und Könige bei uns
von der Geschichte hinweggefegt wurden. Sie hatten die Bedeutung und
die Zusammenhänge des Geldwesens nicht verstanden. Sie
ließen das Volk ausbeuten ohne Abhilfe zu schaffen l Aber auch
die ,,demokratischen" Regierungen, die die Fürsten
ablösten, verstanden es nicht, das Volk vor der Ausbeutung durch
ein Zins erzwingendes Geldwesen zu schützen. Darum gibt es immer
wieder Regierungskrisen. Die Regierungen machen nicht ihr eigenes
Geld für ihr Volk, sondern sind abhängig von den
Bankleuten, die das Geld machen und gegen Zinsen ausleihen. Die
Bankleute aber handeln nur nach ihrem Vorteil, nicht nach dem
Gesichtspunkt der Sorge für das Allgemeinwohl. Das Geld ist ein
Anteilschein am Arbeitsertrag des Volkes. Wer Geld herstellt und in
Verkehr bringt, eignet sich damit einen Teil des Arbeitsertrages des
Volkes an, ohne selbst eine gleichwertige Arbeitsleistung dagegen zu
geben. Wenn der Staat das Geld herstellte und seine Arbeitsleistung
an Verwaltungsaufgaben als Gegengabe gäbe, so wäre das
berechtigt und anzuerkennen. Wenn jedoch Banken das Geld herstellen,
und dafür nicht nur keine Gegenleistung an Arbeit der
Volkswirtschaft zur Verfügung stellen, die dem Nennwert des
hergestellten Geldes gleichkäme, sondern das Geld auch noch als
Leihgeld in den Kreislauf geben gegen Zins, so entsteht Unheil
über Unheil. Denn wenn zusätzlich zu dem Leihgeld, das in
den Kreislauf gekommen ist, die „Rückgabe" eines Geldes
gefordert wird, das nicht mit in den Kreislauf gekommen ist und
folglich gar nicht vorhanden sein kann, so entstehen Spannungen
überall im Wirtschaftsgefüge, die je länger, je mehr,
überall zur Zerreißprobe, zum Tod, zur Vernichtung
führen. Ich will die neun tödlichen Gefahren einmal
aufzählen und zu Bewußtsein bringen; die durch das
Zinsgeldwesen hervorgerufen werden. Diese Darstellung soll zeigen,
wie notwendig die zinsfreie Wirtschaftsordnung ist, damit diese
tödlichen Gefahren überwunden und abgewehrt werden
können. Beispiel für die, die sich nicht vorstellen
können, daß bei dem vielen Geld, das im Kreislauf ist,
durch die Zinsforderung doch immer zu wenig da ist, daß alle
zahlungsfähig bleiben könnten: Man stelle sich einen
Künstler vor, der 100 Bilder für eine Ausstellung ausleiht
und nach zwei Monaten 101 Bilder zurückverlangt, das entspricht
6 % Zinsen, aber es muß ein Original sein. Es leuchtet ein,
daß dies unmöglich ist, es sei denn, er macht eine zweite
Ausstellung unter denselben Bedingungen, und der eine Aussteller
bringt auf irgendeine Methode ein Bild von der anderen an sich. Dann
kann der eine es zurückgeben. Dem anderen aber fehlt
zusätzlich noch ein Bild. 1. Tödlicher Konkurrenzkampf Wenn das Geld als Leihgeld gegen Zinsen in den Kreislauf
kommt, ist nie genug Geld auf dem Markt, wenn die
Rückzahlungszeit kommt. Denn es ist ja nur so viel Geld im
Kreislauf, wie hineingekommen ist. Das Geld für die Zinsen, die
zusätzlich mit zurückgezahlt werden sollen, ist aber nicht
mit hineingekommen. Es ist rein papierscheinmäßig
materiell nicht vorhanden. Von den am Marktgeschehen beteiligten
Firmen kann daher immer nur ein Teil zahlungsfähig bleiben,
nämlich der Teil, dem es gelingt, zusätzlich so viel Geld
in seine Kasse zu bekommen, daß er die Zinsen zusätzlich
zu dem Geld, das er sich geliehen hatte, bezahlen kann. Gelingt es
dem einen Teil, so fehlt es dem anderen um so mehr. Denn der kann
dann nicht nur die Zinsen nicht zusätzlich zahlen, sondern auch
von dem Hauptleihbetrag fehlt ihm das, was der andere Teil zur
Zahlung seiner Zinsen für sich ergattert hat. So kommt es,
daß von den am Marktgeschehen beteiligten Firmen immer die
gerade wirtschaftlich Schwächeren zahlungsunfähig werden.
So gehen regelmäßig immer weitere Unternehmen zu Grunde,
immer wieder von denen, die übrig geblieben sind, wieder die
wirtschaftlich Schwächeren. So verschwinden nach und nach die
kleinen und mittleren Unternehmen aus dem Wirtschaftsleben. Immer
größere Firmen und Firmenzusammenschlüsse entstehen.
Aber auch diese sind vom Bankrott bedroht. Denn der Mechanismus des
Zinsgeldwesens wirkt weiter. Und bei Seinem Fortwirken kann niemand
zahlungsfähig bleiben. Der Mechanismus des Zinsgeldwesens
bewirkt, daß nie genug Geld für alle da ist. Denn das Geld
für die Erfüllung der Zinsforderung ist nicht mit im
Kreislauf. So verursacht der Mechanismus des Zinsgeldwesens den
tödlichen Konkurrenzkampf zwischen allen Firmen und Betrieben.
Keiner, der auf Leihgeld angewiesen ist, kann zahlungsfähig
bleiben, wenn er nicht seinem Konkurrenten etwas abjagt, ihn
überrundet, ihn zu Grunde gehen sieht! Bei einer zinsfreien
Wirtschaftsordnung gäbe es nur einen friedlichen Wettbewerb.
Denn da ist genug Geld im Kreislauf, daß alle
zahlungsfähig bleiben können! Jeder hat zu leben, auch wenn
er nur eine kleine Unternehmung hat. Er braucht keine Konkurrenten
aus dem Feld schlagen. Es gibt genug zuverdienen für alle! 2. Tödliche Umweltvergiftung Weil durch den vom Zinsgeldwesen erzeugten tödlichen
Konkurrenzkampf jede Firma danach trachten muß, so viel wie
möglich zu verkaufen und ihre Produktion zu steigern, und weil
bei Herstellung dauerhafter Ware nicht so viel verkauft werden kann,
so hat sich die Gewohnheit eingestellt, so schlecht zu produzieren,
daß die Waren bald verderben und wieder neue gekauft werden
müssen. So werden z.B. heute vier Autos hergestellt, wo man mit
einem auf dauerhafte Haltbarkeit hergestellten genau soviel fahren
könnte. Ob man aber 20 Jahre mit einem Auto fährt oder in
diesen20 Jahren vier Autos verbraucht, macht einen großen
Unterschied für die Umweltbelastung mit Schrott und
Abfällen. Es macht auch einen großen Unterschied im
Rohstoff verbrauch und im Energie-Verbrauch. Und weil es ähnlich
in allen Industrien ist, so könnten wir gut und gerne mit einem
Viertel alles dessen auskommen, was heute erzeugt wird, und es
wäre dennoch jeder Bedarf gedeckt l Drei Viertel der Erzeugnisse
könnten eingespart werden, und es wäre trotzdem für
alle genug da! Keinerlei Mangel würde entstehen, wenn statt
schnell verrottender Ware dauerhaft haltbare Ware hergestellt
würde. Somit könnten wir der Umweltvergiftung Herr werden,
die heute unser Leben bedroht, durch die Einführung der
Zinsfreien Wirtschaftsordnung. 3. Wirtschaftskrisen und Arbeitslosenfrage Wenn so viele Firmen durch den vom Zinsgeldwesen erzwungenen
Bankrott zu Grunde gegangen sind, daß nicht nur die
selbständigen, sondern auch die abhängigen
Arbeitskräfte keine Möglichkeit mehr finden zur Arbeit,
dann spricht man von Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit. Wie viele
Verzweiflung und wie viele Selbstmorde damit verbunden sind, kann
jedem, der aufmerksam ist, bekannt sein. Noch ist „nur" etwa
jeder Zehnte in der BRD arbeitslos. Die Arbeitslosenzahl wird zur
Zeit mit 2,2 Millionen in der BRD angegeben (Juni 1983). Bei dem
Mechanismus des Zinsgeldwesens kann es nicht ausbleiben, daß
diese Not' ständig weiter wächst. Von den am
Wirtschaftsgeschehen beteiligten Firmen müssen immer mehr
zahlungsunfähig werden. Damit kann auch die Arbeitslosenzahl
immer nur wachsen, so lange dieses System beibehalten wird! Alle
zweckoptimistischen Behauptungen der derzeitigen Regierungen,
daß es mit der Wirtschaft, der ,,Konjunktur", jetzt wieder
aufwärts gehen werde, sind entweder bewußte Lügen,
oder aber diese Regierungsleute durchschauen die Zusammenhänge
nicht! - Je größer die Firmen sind, die Bankrott machen,
desto mehr Arbeitslose gibt es. Wenn die Wirtschaft dann durch den
Verlust so vieler Unternehmungen ins Stocken gerät, bleibt bei
Beibehaltung des Zinsgeldsystems nur eine Lösung übrig, um
die Wirtschaft überhaupt noch weiter in Gang zu halten: die
Verstaatlichung und die Planwirtschaft l So folgt auf das
Zinsgeldsystem, das man auch Kapitalismus nennt, zwangsweise der
Übergang vom Privatkapitalismus zum Staatskapitalismus, der auch
Kommunismus genannt wird. Die Wirtschaftskrisen enden also im
Kommunismus. Das ist im Zinsgeldsystem so vorprogrammiert l Dort sind
die Menschen dann der Verplanung unterworfen und unfrei, während
sie ohne dem der Arbeitslosigkeit und Not unterworfen sind. Der
Kommunismus scheint da noch das kleinere übel. Wenn wir aber
weder Wirtschaftskrisen und Arbeitslosigkeit, noch Kommunismus und
Unfreiheit haben wollen, so gibt es einen Weg, der Freiheit dem
einzelnen wahrt und dabei ein blühendes Wirtschaftsleben mit
Vollbeschäftigung bringt. Das ist die zinsfreie
Wirtschaftsordnung. 4. Zerstörung der landwirtschaftlichen
Lebensgrundlagen Jeder Mensch lebt von Erzeugnissen des Bodens. Die Bodenpflege bleibt daher die Voraussetzung dafür, daß Menschen leben können. Auch wenn Städte und Industrien noch so groß werden, können ihre Menschen nicht leben, ohne daß es irgendwo Bauern gibt, die die Lebensmittel für ihre Ernährung erarbeiten. Wir in Deutschland haben den verhängnisvollen Weg der Vernichtung des Bauernstandes in immer zunehmendem Maße erlebt. Vor hundert Jahren waren 75 % der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig. Es war also so, daß drei in der Landwirtschaft tätige Menschen die Lebensmittel für einen, der in einem anderen Beruf war, mit erarbeiteten. Das ist ein erträgliches Verhältnis. Da braucht der Boden nicht ausgebeutet zu werden, um alle zu ernähren. Bei Beginn des zweiten Weltkrieges waren nur noch 19 % der deutschen Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig. Dabei mußte also schon von einem, der den Boden pflegte, die Nahrung für vier andere, die etwas anderes taten mit erarbeitet werden. Das empfand man damals schon als einen verhängnisvollen Zustand, für den Abhilfe zu schaffen eine der vornehmsten Aufgaben der Staatsführung war. Inzwischen wurde aber nach dem Kriege die Entwicklung weiter zum Nachteil der Bodenbebauer geführt. Die Preisfestsetzung durch die Regierung bei zunehmender Geldentwertung beraubte die Lebensmittelerzeuger jedes Jahr um einen weiteren Anteil ihres Arbeitslohnes. Denn wenn z.B. die Inflationsrate in der Industrie durch sogenannte Lohnerhöhungen ausgeglichen wurde, die in Wirklichkeit nur eine Anpassung der Löhne an den gesunkenen Geldwert waren, bekamen die Lebensmittelerzeuger keine solche Anpassung. Sie wurden also jedes Jahr um so viel mehr an ihrem Arbeitslohn verkürzt, als er hinter der Inflationsrate zurückblieb. Dadurch war die Landwirtschaft nicht mehr rentabel und immer mehr Menschen wanderten in andere Berufe ab, wo sie nicht nur besser verdienten, sondern auch noch weniger hart arbeiten mußten. So war der Anteil der landwirtschaftlich tätigen Bevölkerung in der BRD 1956 nur noch 13 % l 1976 waren es weniger als 5% l Das ist also so, daß einer, der den Boden bestellt, für 20 andere die Lebensmittel mit erarbeiten muß! Durch eine raffinierte Erpressung hat unser Staat zusammen mit den Banken das erreicht, daß er die Bauern zu solch harter Fronarbeit zwingt. Die Erzeugerpreise für Lebensmittel sind nicht höher oder nicht viel höher festgesetzt worden, als sie waren, auch wenn das Geld inflationär vermehrt worden ist, welche Geldvermehrung z.B. 1978 mit 8% angegeben wurde. Bei einer Geldvermehrung um 8% müßten alle Löhne, Preise und Gehälter ebenfalls um 8% erhöht werden, um nur eben die relative Höhe von vorher zu behalten I Gleichbleibende Erzeugerpreise bei einer Geldvermehrung um 8 % bedeutet, daß der Bauer in dem Jahr um 8 % seines Lohnes enteignet worden ist. Gewerkschaften können streiken, um höhere Löhne zu erzielen. Der Bauer kann nicht
streiken, weil sonst nichts wächst. Wer Lebendiges pflegt, kann
nicht streiken, weil sonst das Lebendige Schaden leidet. Der Streik
der Bauern besteht in der Abwanderung in andere Berufe. - Somit kann
sich jeder Denkende ausrechnen, daß der Zusammenbruch unserer
Nahrungsmittelversorgung nicht mehr lange ausbleiben kann. Die
Hungersnot, die dann zu erwarten ist, trifft aber nicht nur die
Bauern, sondern das ganze Volk! Das ist die Folge des Zinsgeldwesens!
Vorerst macht sich der Mangel an richtiger Bodenpflege in zunehmender
Verwendung von Maschinen und Chemikalien und Giften in der
Lebensmittelerzeugung bemerkbar, wodurch die gesundheitliche
Qualität der Lebensmittel leidet, ja oft sehr fragwürdig
wird. Und daß die in der Landwirtschaft auf Grund dieses
Zwangssystems, das vom Zinsgeld- wesen hervorgerufen ist, verwendeten
Gifte und unnatürlichen Konzentrationen von Salzen und Nitriten
und dergleichen sich schädlich auf das Grundwasser auswirken,
hat sich schon herumgesprochen. Die Vermutung, daß sie auch
Mitursache des Baumsterbens sind, hörte ich von einem Fachmann
äußern. Wenn die durchschnittliche Inflationsrate im Laufe
von 10 Jahren jeweils 5% war, so ist das zusammengerechnet 50%. In
den hundert Jahren, die seit dem Krieg von 1870/71 vergangen sind, in
dessen Folge der ,,Goldstandard" und somit die unumschränkte
Herrschaft des Zinsgeldwesens eingeführt wurde als sehr
böse Mitgift für das damals neu gegründete deutsche
Reich, wurde also bei einem durchschnittlichen Inflationssatz von 5%
im Jahr der landwirtschaftlich tätige Mensch um 500 % seines
normalen Arbeitslohnes beraubt l Bei der Einführung der
zinsfreien Wirtschaftsordnung mit volkseigenem Geld, die mit der
Umstellung jedem Bewohner die 500,- DM monatlich zuteilt, die bisher
die Notenbanken über die Zinsforderungen je Bewohner monatlich
in ihre Kasse brachten, kann auch eine solche
Lebensmittelpreisfestsetzung vorgenommen werden, die diese 500%
wieder ausgleicht. Das heißt, daß bei der Umstellung auf
die zinsfreie Wirtschaftsordnung die Lebensmittelpreise 3 x soviel
betragen sollen, als vorher. Weil jeder Bewohner ab der Umstellung
monatlich 500,-DM mehr in der Hand hat, als bisher gewohnt, tun ihm
diese erhöhten Lebensmittelpreise nicht weh. Er kann sie gut
verkraften und sich gleich daran gewöhnen, daß jetzt ein
größerer Teil seines Einkommens für Lebensmittel zu
verrechnen ist. Dafür werden die Mietpreise und sonstigen
Wohnungspreise in Form von Baukosten entsprechend herabgehen. Durch
geeignete Aufklärung ist die Bevölkerung darauf
hinzuweisen, daß diese Lebensmittelpreisfestsetzung zur
Sicherung der Ernährungsgrundlage erforderlich ist. Sie beugt
Hungersnöten vor und bewirkt, daß der Boden wieder
arbeitsintensiv und mit natürlichen Mitteln gepflegt werden
kann, und daß so die Vergiftung des Lebensraumes unterbleibt,
die durch den Mangel an Arbeitslohn für die Bodenpflege
erzwungen war. Es wird ermöglicht, daß wieder mehr
Menschen ihren Arbeitsplatz in der Landwirtschaft suchen und so der
Zerstörung der landwirtschaftlichen Lebensgrundlagen Einhalt
geboten wird. 5. Streß und Kinderlosigkeit Durch das Zinsgeldwesen, das alle Menschen zwingt, immer mehr
und noch mehr und noch mehr zu arbeiten, wird den Menschen die Zeit
genommen, für ihre eigentliche, naturbestimmte Aufgabe da zu
sein. Wenn vier Autos erzeugt werden, wo eines auch zur
Bedarfsdeckung ausreichen würde, wird auch viermal so viel an
menschlicher Arbeitskraft dafür verbraucht, als nötig
wäre. Dadurch, daß die Industrie sowohl als auch der
Bürokratismus in zunehmendem Maße solche menschlichen
Arbeitskräfte in Anspruch nimmt, fehlt den Menschen Zeit und
Kraft nicht nur zur Pflege des Bodens, sondern auch zur Pflege der
Kinder. Die Menschen haben keine Zeit mehr, Kinder zu haben, oder
wenn sie welche haben, so sind sie so im Streß, daß sie
sich nicht recht um sie kümmern können. Die Kinder sind
dadurch zum Teil der Verwahrlosung ausgesetzt und werden
anfällig für Rauschgiftsucht und andere Verzweiflungstaten.
Schon zeichnet sich ab, daß nach einer Generation der Bestand
unseres Volkes um ein Drittel geschwunden sein wird. Die nächste
Generation wird dann wohl das nächste Drittel zum Verschwinden
bringen. Nach drei Generationen gibt es unser Volk nicht mehr. - Das
Zinsgeldwesen wird unser Volk auslöschen, wie es in der Antike
die Völker ausgelöscht hat, die ihm verfallen sind, zuerst
die in Kleinasien, dann das griechische Volk trotz seiner hohen, noch
heute von uns bewunderten Kultur, dann das römische Volk trotz
seiner Weltherrschaft. Erst das Zinsverbot des Christentums brachte
damals den Völkern wieder Lebensmöglichkeiten. Und die
germanischen Völker, bei denen es ein solches Geldwesen noch
nicht gab, breiteten sich aus. Wenn wir wollen, daß unser Volk
weiterlebt, so ist der Weg dazu die Einführung eines zinsfreien
Geldwesens, verbunden mit einer Existenzgrundrente für jeden
Bewohner von der Geburt an. Diese Existenzgrundrenten sind das Geld,
das sich heute die Notenbanken aneignen. Es gehört von Rechts
wegen der Bevölkerung. Jeder Bewohner kann davon eine monatliche
Existenzgrundrente von 500,- DM bekommen. So bekommt jede Mutter die
Mittel, für ihre Kinder zu sorgen. Sie ist dann nicht mehr
gezwungen in familienfremde Arbeit zu gehen. Von der familienfremden
Arbeit, die heute gemacht wird, reicht ein Viertel aus, um allen
Bedarf zu decken. Die restlichen drei Viertel Arbeitszeit sollen die
Menschen wieder für ihre eigentlichen menschlichen Aufgaben zur
Verfügung haben, wozu auch die Pflege der Familie und der Kinder
gehört. Die Existenzgrundrente nach der hier aufgezeigten
zinsfreien Wirtschaftsordnung macht das möglich. Zur
Herbeiführung gesunder Lebensverhältnisse für Familien
gehört auch eine gerechte Bodenverteilung, die jeder Familie
ermöglicht, sich ihr Eigenheim mit Garten zu schaffen und zu
gestalten. Diese gerechte Bodenverteilung soll dadurch erreicht
werden, daß eine Einzigsteuer auf Boden - neben der
Geldumtauschquote einzige Steuer - bewirkt, daß eine
gleichmäßige Verteilung des Bodens an alle, die welchen
brauchen, sich einstellt. Man zahlt dann keinen Kaufpreis mehr
für Boden, sondern nur noch die Steuer. Dann behält niemand
Boden in seinem Besitz zurück, der ihn nicht braucht. So wird
genügend Boden verfügbar, daß jeder Familie auf
Antrag ein Grundstück zugeteilt werden kann zur Errichtung ihres
eigenen Hauses und Gartens. Dann können Kinder in
natürlicher Umgebung glücklich und gesund aufwachsen. 6.Zerstörung
der Moral Das Zinsgeldwesen
zerstört nicht nur die wirtschaftlichen Grundlagen des Lebens,
sondern auch die sittlichen. Durch den von dem Zinsgeldwesen
entfachten tödlichen Konkurrenzkampf werden die Firmenmanager
daran gewöhnt „über Leichen zu gehen." Wer nicht die
Konkurrenten zu Grunde gehen sieht und dazu beiträgt, daß
sie zu Grunde gehen, der sieht sich selbst dem Bankrott ausgeliefert.
Also verbreitet sich eine Rücksichtslosigkeit im
Geschäftsleben, die die Moral zerstört. Nur durch diese
Zerstörung der Moral ist es überhaupt möglich,
daß die Rücksichtslosigkeit so weit geht, daß
Atomkraftwerke gebaut werden. Denn jeder weiß und kann wissen,
wenn er sich informieren will, daß Atomkraftwerke Leben und
Gesundheit sowohl der gegenwärtigen Generation als auch noch
aller künftigen Generationen aufs schwerste gefährden.
Diese durch das Zinsgeldwesen gezüchtete Brutalität
zerstört das Leben nicht nur der passiv Betroffenen, der
wehrlosen Bevölkerung, sondern gefährdet die Urheber und
die reichen Leute nicht minder. Wenn sich die Reichen über alle
Moral hinweggesetzt haben, so arbeitet das doch unterschwellig an
ihrer Seele und raubt ihnen den Seelenfrieden. Es ist kein Zufall,
daß Alkoholismus und Rauschgiftsucht gerade unter den
finanziell besser Gestellten besonders viele Opfer finden. -
Zerstörte Moral hat zerstörtes Leben auch bei diesen
Kreisen zur Folget - Zerstörte Moral und zerstörtes Leben
sind verursacht vom Zinsgeldwesen. 7.
Zerstörung der biologischen Lebensgemeinschaften Nicht nur das Einzelleben wird durch das Zinsgeldwesen
zerstört. Der mit ihm verbundene Mammonismus, das heißt,
die Ausrichtung des Lebens auf Goldgewinnung anstatt auf
Lebenserfüllung, zerstört auch die natürlichen
Lebensordnungen. Der Mammonismus will alle Menschen zu seinen Sklaven
machen. Und weil Sklaven besser zu beherrschen sind, wenn sie keine
natürlichen Bindungen mehr haben, sondern ohne Rückhalt
wehrlos dem Ausbeuter ausgeliefert sind, so benutzen die Mammonisten
die von ihnen abhängige Presse, um die Zerstörung der
Familie auf alle mögliche Weise zu fördern. Die
öffentliche Meinungs- mache bringt laufend den Menschen
Vorstellungen von Perversitäten ins Bewußtsein, vergiftet
ihre Gemüter mit Pornographie, Sexhochpeitschung und
Verbrechensschilderungen. Das alles geschieht nicht nur, weil es die
Neugier weckt und so den Zeitungen und Zeitschriften und Kinos und
Fernsehprogrammen ein zahlreiches Publikum anlockt, sondern vom
Hintergrund her von den Goldmachern gesteuert auch bewußt, um
die Volkszusammengehörigkeit, die
Familienzusammengehörigkeit, die natürlichen Bindungen der
Menschen zu zerstören. Es wird so hingestellt, als sei eine
heile Welt, eine heile Familie, gegenseitige Hilfsbereitschaft unter
Verwandten, etwas ungewöhnliches und daher schon fast
unmögliches und lächerliches. Bei der Macht, die das Wort
auf die Führung der Menschen besitzt, ist diese Meinungsmache im
Dienst des Mammonismus von verhängnisvoller Wirkung. Eine
Presse, die sich auf das Ziel einer glücklichen, und gesunden
Familie ausrichten würde, könnte zweifellos erreichen,
daß die Zahl der Ehescheidungen von heute drei Vierteln aller
in der BRD geschlossenen Ehen auf ein Viertel zurückginge. Ein
weiteres Mittel zur Zerstörung natürlicher Bindungen sind
die Gebietsreformen. Niemand will sie - außer etwa
Bürgermeistern, die dadurch in eine höhere Gehaltsklasse
kommen. Es haben sich manche Gemeinden verzweifelt dagegen gewehrt.
Aber sie sind rigoros durchgeführt worden. Wer das eigentlich
angeordnet hat, hat man nie gehört. Es steht nur zu vermuten,
daß der Zweck, die Menschen bindungslos und daher zur Sklaverei
geeignet zu machen, die Mammonisten, also die Goldmacher, die ihre
Macht sichern wollen, veranlaßt hat, eine solche
„Gemeindereform" in die Wege zu leiten. Es wird auch geklagt,
daß damit viele mit historischen Erinnerungen verbundene
Ortsnamen ausgelöscht worden sind. Wollte man damit auch diese
historischen Erinnerungen der Vergessenheit anheim geben? Eine
weitere Maßnahme zur Zerstörung natürlicher Bindungen
ist die Zusammenlegung von Schulen zu Mammutschulen und die
Verfrachtung der Schulkinder, bald an diesen, bald an jenen Ort.
Ständige Veränderungen in den Zusammensetzungen von
Schulklassen, Mammutschulen, wo unmöglich alle einander kennen
können, verhindern, daß ein starkes Heimatgefühl mit
Bindung an Mitschülergemeinschaften sich herausbilden und
erhalten kann. Schließlich macht der Mammonismus auch noch
Reklame für die Völkervermischung, bringt
„Gastarbeiter" und „Asylanten" in alle Länder, heizt
den Fremdenverkehr an, macht die Menschen zu „Weltbürgern"
und beraubt sie der Heimat, nimmt ihnen das
Zugehörigkeitsgefühl und Geborgenheitsgefühl in der
Heimat. Vertreibung und Flüchtlingselend werden bald in diesem,
bald in jenem Land hervorgerufen. Die Menschen werden von ihrem
angestammten Boden losgerissen und der Heimat beraubt. Das alles
müßte nicht sein! Überall, wo die zinsfreie
Wirtschaftsordnung eingeführt wird, haben die Menschen genug zum
Leben, auch wenn sie in ihrer Heimat bleiben. Und auch die anderen
haben genug zum Leben und brauchen niemanden aus seiner Heimat zu
vertreiben! Die Verzweiflung der Notleidenden, die blind gegen irgend
jemanden wütet, und so Bürgerkriege bald hier, bald da
erzeugt, kürzlich in Kambodscha, jetzt in Mittelamerika, dann
wieder in Afrika oder in Vorderasien oder in Hinterindien - hat alle
letzten Endes ihre Ursache im Zinsgeldwesen. Bei einer zinsfreien
Wirtschaftsordnung hätten alle Menschen die Möglichkeit,
sich ihren Lebensunterhalt selber zu schaffen. Solche Verzweiflung
gäbe es nicht mehr. Jedes Volk könnte in seiner Heimat
glücklich und friedlich leben. 8.Inflation Die Inflation ist eine Geldvermehrung, die die
Bevölkerung ihrer Arbeitserträge und Ersparnisse beraubt
und diese in die Verfügung der Geldhersteller bringt! Bei
einerschleichenden Inflation berauben die Geldhersteller so die
Bevölkerung langsam und allmählich. Bei einer
,,galoppierenden" Inflation, wie wir sie in Deutschland 1923 hatten,
wird die Mehrzahl der Bevölkerung ruckzuck um ihre Ersparnisse
und Vermögen beraubt. Was die Familien in Generationen
fleißiger Arbeit sich erworben hatten, ging ihnen da oft ,,
über Nacht" verloren, ohne daß sie wußten, wie ihnen
geschah. Warum hat niemand die Räuber und Diebe angeklagt? Warum
sind sie nicht vor Gericht gestellt worden? - Ungeheures Elend haben
sie angerichtet. Viele Menschen sind Hungers gestorben, oder Kinder
haben wegen Mangelernährung Schäden fürs Leben
davongetragen. Die Goldmacher haben viele
»Wirtschaftswissenschaftler" und ,,Wirtschaftsexperten" und
„Fachjournalisten" in ihrem Sold, die unablässig blabla
reden und so den Menschen vertuschen, wo die Diebe sitzen und wie der
Raub vor sich geht. Eine Menge Ablenkungsmethoden haben sie erfunden.
Besonders viel Rummel wird mit Wahlen gemacht, als ob es eine
Besserung bringen könnte, wenn diese oder jene Partei an der
Regierung ist, die genau so den Goldmachern hörig ist und ihnen
kein Härchen krümmt, wie die vorhergehende Regierungspartei
das auch gemacht hat. Rummel mit Gewerkschaftsstreit, Streik und
Streikverhandlungen, Rummel mit Wahlen und Rummel mit Kriegsangst und
Rüstungsfragen lenken die Menschen ab. Die Inflation wird als
ein Naturereignis hingestellt. Beobachtungen sagen, in diesem Monat
war sie um 3 % höher als im Vergleichsmonat des Vorjahres usw.,
als ob man den Pegelstand von der Wasserhöhe eines Flusses
messen würde. - Alles, damit die Bevölkerung nicht merkt,
daß sie durch die Inflationsgeldmacher bestohlen wird.
Natürlich, so lange es Zinsen gibt, muß es auch Inflation
geben. Der Mechanismus des Zinsgeldwesens treibt dazu. Wenn die
„Wirtschaftsexperten" feststellen, daß zu wenig Geld im
Kreislauf ist, daß alle zahlungsfähig bleiben
könnten, und wenn dieses oder jenes Unternehmen vom Bankrott
bedroht ist, das man gerne noch weiter fristen will, dann heißt
es, die Notenbanken müßten mehr Geld in den Kreislauf
geben. Gerade wenn andere Banken vom Bankrott bedroht sind, wird
diese Notwendigkeit erkannt. Dann heißt es - damit der Laie es
nicht versteht - „um dem Kreditgewerbe eine
Liquiditätshilfe zu geben" wurde daß es wieder
zahlungsfähig gemacht werden sollte. Da das Geld für den
Zins nicht im Kreislauf ist, also immer so viel Geld im Kreislauf
fehlt, als Zins gefordert wird, so wird die Notwendigkeit der
Geldvermehrung immer eine Begründung finden. Ohne Geldvermehrung
würden diese und jene Geschäfte bankrott gehen. Also,
vermehrt man das Geld, um die zu erhalten, die den Banken genehm sind
und noch zusätzlich etwas einzubringen versprechen. Die anderen
Geschäfte läßt man zu Grunde gehen. So wird also
zusätzliches Geld gedruckt, der Arbeitsertrag des Volkes denen
vermittelt, denen man das Geld zuschiebt. Dadurch, daß auch das
neu gedruckte zusätzliche Geld nur als Leihgeld gegen Zinsen in
den Kreislauf kommt, bleibt der Mechanismus des Zinsgeldwesens,
Bankrotte zu erzeugen, voll in Kraft. Die Bankrotte werden durch das
zusätzliche Geld nur etwas hinausgezögert. In ihrer ersten
Phase treibt die Inflation die Erzeugung hektisch an. Dadurch,
daß jeder das Geld möglichst bald ausgibt, weil es ja an
Wert verliert, wird mehr gekauft, mehr erzeugt, ,,überhitzte
Konjunktur" zieht Arbeitskräfte von auswärts ins Land. Dies
dauert so lange, bis die Inflation einen Grad erreicht hat, wo die
Menschen wieder Natural- tausch der Verwendung von Geld vorziehen.
Mit dem Naturaltausch entgeht den Goldmachern der Anteil am
Arbeitsertrag der Bevölkerung, den sie sich sonst über das
selbstgedruckte Geld aneigneten. Also, damit der nicht zu sehr um
sich greift, machen sie dann eine ,,Währungsreform". Die
bestohlene Bevölkerung meint, damit würde etwas besser.
Daß nun Not und Mangel herrscht, kommt ihr als natürlicher
Vorgang vor oder ist ihr durch geschickte Propaganda als solcher
hingestellt worden. ,,Nach Zeiten des Wohlstandes kommen Zeiten der
Armut. Das ist doch immer schon so gewesen."- Solche Armut brauchte
es überhaupt nicht zu geben, wenn sich die Bevölkerung
nicht durch die Goldmacher berauben ließe. - „Friede
ernährt, Unfriede verzehrt." Das ist eine alte Erkenntnis. Wir
könnten im Frieden immer mehr Wohlstand schaffen und es
gäbe keinen Grund, daß der sich je minderte, wenn wir eine
zinsfreie Wirtschaftsordnung mit volkseigenem Geld hätten! 9.
Kriegsgefahren Daß Kriege eine tödliche Gefahr für jedes
betroffene Volk sind, zumal im Zeitalter von Atombomben, dürfte
allgemein bewußt sein. Daß die internationalen
Spannungen, die zu Kriegen führen, aber auch Folge des
Zinsgeldwesens sind, ist nicht im Bewußtsein. Das Virus der
Kriege, der Krankheitskeim, der Kriege hervorruft, ist der Zins!
Dadurch, daß in einem Land infolge des Zinsgeldmechanismus nie
genug Geld im Kreislauf ist, daß alle zahlungsfähig
bleiben könnten, suchen die Unternehmen das Geld, das sie im
Inland nicht verdienen können, weil es nicht vorhanden ist,
durch Export ins Ausland zu das Geldvolumen um z.B. 8% erweitert.
Liquiditätshilfe heißt, gewinnen. So sucht jeder, sich
dadurch zahlungsfähig zu erhalten, daß 'r aus dem Ausland
das erwirbt, was er im Inland nicht bekommen kann. In den anderen
Ländern ist die Lage aber die gleiche. So entsteht ein brutaler
Kampf darum, wer welches Land am meisten ausbeuten <ann. Die
wehrlosen „Dritte-Welt-Länder“ sind die meist
ausgebeuteten. Aber auch um die „Absatzmärkte" dort wie
sonstwo wachsen die Konkurrenzkämpfe zwischen den Export
treibenden Ländern. Die Spannungen müssen zwangsweise immer
zunehmen, weil die Schulden auch immer zunehmen, solange es in jedem
Land die wachsende ungedeckte Forderung auf Zinsengeld gibt. Dieser
Konkurrenzkampf wird zwar mit schönen Worten verschleiert, aber
ist unerbittlich tödlich. Er ist 's, der bewirkte, daß
gegen das wirtschaftlich erstarkende Deutschland vor dem ersten
Weltkrieg sich ein solcher Haß entwickelte, der den Krieg
herbeiführte. Denn keiner kann überleben, der nicht den
Konkurrenten ausschaltet! Ist der eine ausgeschaltet, geht es gegen
andere. Immer treibt der Konkurrenzkampf auf dem Weltmarkt zu
kriegerischen Auseinandersetzungen. Denn das Zinsgeldwesen erzeugt
eine Raubwirtschaft. Und Raub erzeugt Empörung und Haß und
Krieg! Wenn die zu solchen Spannungen führende
Leihgeld-Zinsgeld-Methode ersetzt wird durch eine zinsfreie
Wirtschaftsordnung, dann fallen alle diese Spannungen weg. Dann hat
jeder zu leben, auch wenn er dem anderen keine Absatzmärkte
wegnimmt. Dann können alle Völker schaffen, was sie
für sich brauchen. Es besteht kein Druck mehr, durch Ausbeutung
und Ausraubung anderer das Fehlende zu beschaffen. Für alle ist
genug dal Es ist wirklich für alle genug da, wenn man die
ungedeckte Forderung nach Zins abschafft! Auch die Goldmacher
brauchen nicht Angst haben, dann zu verhungern, wenn sie nicht mehr
die Völker bestehlen können. Auch für sie, für
alle ist genug zu leben dal. Die Völker brauchen nicht mehr so
viel Arbeitskraft für Rüstung aufzuwenden. Das gibt ihnen
die Möglichkeit, die Kräfte auf Erzeugung erwünschter
Güter zu verwenden. Die Menschen können sich einen
Wohlstand schaffen, Kulturgüter, Schönheit, Glück und
Freude, alles, was sie sich wünschen. Wenn der Raub durch den
Zins aufhört ist wirklich für alle genug da, selbst
für die, die bisher glaubten, nur überleben zu können,
wenn sie immer so viel mehr hatten als alle anderen. Dieses Streben,
immer mehr zu haben als alle anderen, war ja auch nur durch die vom
Zinsgeldwesen hervorgerufene Erfahrung veranlaßt, daß nur
der zahlungsfähig bleiben konnte, der die anderen
überrundete. In der zinsfreien Wirtschaftsordnung braucht
niemand mehr die anderen überrunden, um zahlungsfähig zu
bleiben, um überleben zu können. Wenn diese verrückte
ungedeckte Forderung auf Zinsengeld nicht mehr ist, ist wirklich
für alle genug da. Schalten wir also die hier aufgeführten
neun tödlichen Gefahren aus, den tödlichen Konkurrenzkampf,
die Umweltvergiftung, die Wirtschaftskrisen mit ihrer
Arbeitslosenfrage. Streß und Kinderlosigkeit. Zerstörung
der Moral, Zerstörung der biologischen Lebensgemeinschaften,
Inflationen und Kriege, indem wir uns eine zinsfreie
Wirtschaftsordnung mit gerechter Bodenverteilung und volkseigenem
Geld schaffen!
ISBN 3-9800 996-0-1 Auflage Sommer 1984 (Amper Druck Fürstenfeldbruck)
16,- EUR gegen Rechnung portofrei Bestelladresse: Verlag Friederike Cornelius Moraschstraße 11 • 86938 Schondorf Telefon 08192 / 524 • mobil: 0177-8025623
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